Sportverein Weiden

  1908-1920

Man schrieb das Jahr 1908 als sich in Weiden ein Dutzend junger Männer um Christian Esslinger, Gottlieb Staiger und Christian Haas zusammen fanden, um in einer sehr bewegten Zeit einen Turnverein zu gründen. Der Verein wurde in den Arbeiter-Turnerschafts-Verband eingegliedert und stellte schon bald eine starke Männerriege. Schon im Jahr 1910 konnte diese Riege beim Gauturnfest in Schramberg einen 1. Platz belegen. Dem ersten Kassenbuch mit der Aufschrift "Mit Gott" aus dem Jahr 1911 war zu entnehmen, dass mit 328,42 Mark Einnahmen und 203,55 Mark Ausgaben damals schon ein Gewinn von 124,87 Mark erwirtschaftet wurde.

Die Anfänge: Der Turnverein Weiden in modischer Kluft.

 

  1920-1930

Nach dem ersten Weltkrieg, während dessen der Spielbetrieb zum Erliegen kam, machte die Männerriege beim Bezirksturnfest 1920 in Tuttlingen mit guten Leistungen wieder auf sich aufmerksam.

Der Fußball kam dann im Jahr 1923 ins Spiel und zwar mit der Angliederung der Sparten Leichtathletik und Fußball an den Turnverein. Größere Probleme gab's immer wieder mit dem tiefen Sportplatz am Spitzwald. Über diesen verlief die Telefon-Hauptleitung mit zirka hundert Drähten. Zusätzlich zierte ein Telefonmast das Spielfeld, der sich immer wieder als zwölfter Mann ins Spiel brachte, sehr zum Ärger der Spieler.

 

  1930-1940

Nachdem die Gemeinde das Bauholz zur Verfügung gestellt hatte, wurde neben dem Sportplatz in den Jahren 1930 - 1932 unter großem Einsatz der damaligen Sportler und Anhänger des Vereins eine schmucke Turnhalle gebaut. Als nächstes großes Ziel wurde der Bau eines neuen Sportplatzes angestrebt. Enorme Erdbewegungen waren notwendig, die man ganz ohne Maschinen zu bewältigen hatte. Bei der Firma Kläger in Sulz lieh man Gleise und Rollwagen aus, um die oben abgetragenen Erdmassen auf den unteren Teil des Platzes zu transportieren. Schon damals gab es Probleme, trotz großer Bereitschaft der ganzen Einwohnerschaft, genügend Helfer für so ein großes Projekt zu finden. Dies zeigt ein Beschluss aus der Generalversammlung vom 16. Januar 1938. Alle Mitglieder haben bis zum 1. März zehn Arbeitsstunden zur Fertigstellung des Sportplatzes zu leisten, oder für die fehlenden Stunden je 0.40 Mark in die Vereinskasse zu zahlen. Nichtmitglieder seien beim Graben willkommen und erhielten für jede Stunde 0.40 Mark. Mit Beteiligung der ganzen Nachbarvereine konnte der neue Sportplatz am 13. August 1939 eingeweiht werden.

Mit dem Bau der neuen Halle, einem ebenfalls neu angelegten Festplatz der mit Kastanienbäumen bepflanzt wurde, haben diese Männer in den dreißiger Jahren eine moderne Sportanlage geschaffen, die zum Stolz der ganzen Gemeinde wurde.  Mit Hermann Staiger und Alfred Graf wurde das Vereinsschiff in den dreißiger Jahren von 2 Männern gesteuert, die sich auch nach dem zweiten Weltkrieg um den Jugendsport verdient gemacht haben. Die Finanzen verwaltete sehr gewissenhaft Walter Soroe. Die Vereinsgeschichte wurde von Schriftführer Adolf Walter sehr lebendig zu Papier gebracht.

 

  1940-1950

Leider sind Informationen aus der Zeit vor und nach dem zweiten Weltkrieg nur spärlich vorhanden, so dass es leider nicht möglich war, mehr aus dieser Zeit in Erfahrung zu bringen.

Der gesamte Sportbetrieb kam während des zweiten Weltkriegs nach und nach zum Erliegen und im Jahr 1945 galten nach einer damaligen Verfügung alle Vereine als aufgelöst. Bereits 2 Jahre später am 15. Februar 1947 wurde im Gasthaus Schatten eine Wiedergründungsversammlung abgehalten. Emil Vollmer wurde bei  dieser Versammlung an die Spitze des Sportvereins gewählt.

Ein Jahr später konnte dank intensiver Unterstützung eine neu formierte Fußballmannschaft am Spielbetrieb innerhalb des Sportkreises Horb teilnehmen.

 

  1950-1960

Am 3. und 4. Juni 1950 feierte man das 40- jährige Jubiläum des Vereins. Ein Fußballturnier, an dem sich 20 Mannschaften beteiligten, wurde auf 2 Spielfeldern reibungslos abgewickelt.

Die Fußballer feierten am 9. Mai 1955 ihren ersten sportlichen Höhepunkt der Nachkriegsgeschichte. In Dornhan konnte die Mannschaft das Bezirkspokal-Entscheidungsspiel gegen Betzweiler mit 4:1 gewinnen und stieg somit in die B-Klasse auf. Wiederum in Dornhan und zwar am Ostersonntag 1956 holte man sich mit einem 5:2 Sieg gegen Dürrenmettstetten die Pokalmeisterschaft der B-Klasse. Ein echter Fußball-Krimi war dann das Bezirkspokal - Endspiel Wittlensweiler gegen Weiden in Dornstetten. Bei brütender Hitze lag die Mannschaft zehn Minuten vor dem Abpfiff noch mit 3:1 zurück. Mit einem unwahrscheinlichen Endspurt und dem Siegtreffer zum 3:4, praktisch mit dem Schlusspfiff, wurde der SV Weiden Bezirkspokalsieger der B-Klasse. Beim ersten Versuch zum Aufstieg in die A-Klasse scheiterte man im Entscheidungsspiel in Dornhan gegen Bergfelden mit 3:2.
 

Unsere Helden: Bezirks-Pokalsieger 1955 / 1956

 

Am 26. Mai 1957 wurde dann der zweite Versuch gestartet. Im letzten Verbandsspiel auf eigenem Platz wurde der große Rivale aus Dornhan vor einer großen Zuschauerkulisse in einer dramatischen Partie mit 5:3 in die Knie gezwungen. Mit einem Punkt Vorsprung wurde der Aufstieg in die A-Klasse perfekt gemacht. Fünf Jahre lang konnte sich die Mannschaft in der A-Klasse halten und man schätzte sie überall als achtbaren Gegner.

Im Jahr 1959 wurde am Sportplatz die lang ersehnte erste Flutlichtanlage installiert.
 

5 Jahre erfolgreich in der A-Klasse. Das Team der 1. Mannschaft im Jahre 1959

 

  1960-1970

Fußball war in den ersten Jahrzehnten des SV Weiden die Hauptsportart. Und das sollte auch in den 60er und 70er Jahren so bleiben. Größere Erfolge oder Aufstiege in eine höhere Klasse blieben der Mannschaft jedoch leider versagt. Grund dafür, und das kann man wiederholt in den Berichten der Mannschaftsbetreuer lesen, war die mangelnde Kondition und Disziplin, insbesondere bei den Trainingsbesuchen, die fehlende Begeisterung und das fehlende Miteinander auf dem Spielfeld. Dies und ein dezimierter Spielerstamm führten Mitte der 60er Jahre dazu, dass ein Abstieg in die untere Spielklasse nicht zu umgehen war. Disziplin, Kameradschaft und Begeisterung spielen letztlich eine wichtige Rolle im Fußballsport. Das gilt gestern wie heute.

Ein wichtiges fußballerisches Ereignis war das Freundschafts-Wanderpokalturnier zwischen den Nachbargemeinden Hochmössingen, Weiden, Marschalkenzimmern und Dornhan, welches jährlich ausgetragen wurde. Mit einer aktiven 1. Mannschaft war man mehrfach Ausrichter dieses Turniers, so auch 1963 beim 40-jährigen Fußballjubiläum. Das Ehrenspiel der Spielvereinigung Oberndorf gegen TuS Altrip wurde damals von 1.200 Zuschauern verfolgt. Die tempogeladene und technisch brillante Partie endete mit 3:1 für die Rheinländer. Den begehrten Wanderpokal konnte man jedoch erst zwei Jahre später beim Sportfest des TSV Hochmössingen erstmalig mit nach Hause nehmen.
 

Die 1. Mannschaft im Jahre 1963 beim 40jährigen Fußballjubiläum

 

Die sportliche Zukunft eines Vereins hängt weitgehend vom Nachwuchs ab, daher war der Vorstand in dieser Zeit auch sehr darum bemüht. In der Spielsaison 1960/61 gab es z.B. erstmals eine B-Jugend, im Spieljahr 1963/64 konnte eine 7er-C-Jugendmannschaft aufgestellt werden.

Mit viel persönlichem Einsatz und erheblichem Kostenaufwand wurden in den 60er und 70er Jahren die Sportanlagen ausgebaut und gepflegt. Im Jahre 1964 konnte der lange geplante Ausbau der Turnhalle in Angriff genommen werden. Viele freiwillige Arbeitsstunden waren nötig, um das Vorhaben bis 1965 zu beenden. Der Gymnastikraum der Halle sollte nun auch für Tischtennisspiele zur Verfügung gestellt werden. Hierfür wurde eine Tischtennisplatte gekauft. Weiterhin waren ein Frauenturnen und die Ausdehnung der Sporttätigkeit auf ähnliche Sportarten im Gespräch. Es sollte jedoch noch bis zum Jahre 1983 dauern, ehe eine erste Frauenturngruppe unter der Leitung von Annette Dannecker entstand.

 

  1970-1980

Im Mai 1970 wurde erstmalig das Weidener Straßenturnier mit vier Mannschaften bestritten, das auch heute noch Tradition hat und alljährlich im Sommer ausgetragen wird. Damals siegte die “Eich”, Jahre später, nach kurzen Unterbrechungen, die Mannschaft vom „Schafhof“.
 

Das 50-jährige Fußball-Jubiläum 1972 war dann ein gelungenes Sportfest mit Freundschafts-Wanderpokalturnier. Als Höhepunkt gab es am Sonntag ein Fallschirm-Schauspringen der Bundeswehr. Ein besonderes Highlight an den Sportfesten des SV Weiden waren die am Montag stattfindenden Festumzüge am Kinderfest. Lehrerschaft, Schüler, Eltern, Kindergarten, Mitglieder des Vereins und die Gemeindeverwaltung gaben sich viel Mühe bei den Vorbereitungen für diesen Umzug. Dieser präsentierte Gruppen und Festwagen, die auf originelle Art Ideen, aktuelles Zeitgeschehen und Phantasievorstellungen darstellten und glossierten. Hierbei wurde auch Politik und Ortsgeschehen auf die Schippe genommen. Beim anschließenden Festnachmittag im Zelt hatten die Kleinsten des Kindergartens und die Schulpflichtigen das Sagen und zeigten ein vielseitiges Programm. Feuchtfröhlich klang so manches Kinderfest erst nach Mitternacht aus.
 

 

Bei den Festumzügen war alles auf den Beinen, egal ob jung oder alt.

 

Für Geselligkeit und Pflege der Kameradschaft diente auch der traditionelle Familienabend, welcher anfänglich im Gasthaus „Schatten“ stattfand. Der Schattensaal, meist bis auf den letzten Platz mit Vereinsmitgliedern, Angehörigen und Gästen besetzt, hat dabei viele gesellige Veranstaltungen gesehen. Vereinsangehörige bemühten sich jedes Jahr aufs Neue, originelle und lustige Sketche und Lieder zum Vortrag zu bringen. Aber auch Zauberer, Alleinunterhalter und Musikkapellen trugen zur Unterhaltung bei. So wurden diese Vereinsveranstaltungen harmonische Abende mit Unterhaltung, Musik und Tanz, an die sich alle gern erinnern.
 

Schon immer gab es beim Familienabend ordentlich was auf die Lachmuskeln.

 

Geselligkeit, auch für die Jugend, war für den damaligen Vorsitzenden Heinz Wößner sehr wichtig. Man lud z.B. zum Lagerfeuer auf dem Sportplatz und zur Jugendweihnachtsfeier.
 

Kameradschaft und Geselligkeit wurden schon von Anfang an im Verein gelebt.

 

Fußball auf Motorrädern – kurz „Motoball“, ein Begriff, der jahrelang mit Weiden eng verbunden war. Aufgrund freundschaftlicher Bande zum mehrfachen „deutschen Meister“ MSC Taifun Mörsch wurden auf der Weidener Sportanlage immer wieder lukrative Paarungen ausgetragen. Der absolute Höhepunkt war 1972 das Freundschaftsspiel der Nationalmannschaften der Bundesrepublik Deutschland und der Sowjetunion als Vorbereitung auf das Europapokalturnier in Camaret/Frankreich, dem Ursprungsland des modernen Motoball-Sports. Das Spiel endete damals nach vier spannenden Runden 1:1 und wurde von über 2.000 Zuschauern verfolgt.
 

Motoball-Länderspiel 1972 in Weiden: Deutschland gegen die Sowjetunion

 

Mit erheblichem Kostenaufwand und vielen Helferstunden wurde 1973 der Sportplatz neu hergerichtet. Enorme Erdbewegungen waren nötig, bevor auf dem felsigen Untergrund Humus eingebracht und das Spielfeld neu eingesät werden konnte. Ab 1974 wurde der Sportplatz wieder offiziell bespielt. Die Spieler konnten nun auch die neue Wasch- und Duschanlage im Schulhaus nutzen. Die Räumlichkeiten stellte die Gemeinde damals kostenlos zur Verfügung, die Umbaukosten trug der Verein komplett selbst. Nur durch viele freiwillige Arbeitsstunden einzelner Mitglieder mit entsprechendem handwerklichem Können konnten diese im tragbaren Rahmen gehalten werden.

Anfang der 70er Jahre trugen sich die Verantwortlichen des Sportvereins Weiden und des Schützenvereins Weiden mit dem Gedanken, beide Vereine zu vereinen. Zum 31. Juli 1974 wurde der Schützenverein aufgelöst. Der Sportverein übernahm ab diesem Zeitpunkt die bestehenden Rechte und Verpflichtungen des Schützenvereins. Ins Vereinsvermögen ging damit auch das Schützenhaus über, an dem dringende bauliche Veränderungen notwendig waren, die man in den kommenden drei Jahren durchführte. Wieder opferten handwerklich geschulte Mitglieder einen enormen Teil ihrer Freizeit, um die sowieso schon leere Vereinskasse zu schonen. 1977 wurde erstmals der „Andreas-Ziegler-Gedächtnispokal“ beim Laienschießen der Schützenabteilung ausgeschossen.
 

Die Sieger des ersten “Andreas-Ziegler-Gedächtnispokals” im Jahre 1977.

 

  1980-1990

Die achtziger Jahre waren im SV Weiden ein Jahrzehnt des Wechsels. Neue Gruppen und Aktionen entstanden, die Schützen freuten sich über vermehrten Zuspruch und der Fußball klagte über zurückgehendes Interesse. Nach über 25 Jahren gab Heinz Wössner die Vereinsführung in jüngere Hände. Mehrere hochrangige Ehrungen drückten den Dank für seine geleistete Arbeit aus. Bereits 1980 erhielt er die Jubiläums- und Gedenkmedaille der Stadt Dornhan. Zu seinem Ausscheiden wurde ihm als erstem Dornhaner Bürger die Landesehrennadel verliehen und der SV Weiden ernannte ihn zu seinem Ehrenvorsitzenden. Als Nachfolger an der Spitze des Vereins folgten ihm für zwei Jahre Thomas Müller, danach Edgar Häußler.

Höhepunkte im Vereinsleben waren das 75-jährige Vereinsjubiläum sowie das 25-jährige Jubiläum der Wiedergründung der Schützenabteilung. Beim Vereinsjubiläum hob Ortsvorsteher Vögele die Bedeutung des Sports für die Persönlichkeitsentfaltung hervor. Bürgermeister Wössner vertiefte dies und merkte an: "Vor allem die Jugend gehört in die Vereine, denn dort findet sie Geborgenheit, erfährt Kameradschaft und lernt Verantwortung tragen." Der Fußballbezirksvorsitzende Frey lobte: "Hier herrscht noch echter Fußballgeist, wo die Spieler noch den Platz streuen - sogar ohne Prämie - aus Freude am Spiel." Anlässlich dieser Jubiläen konnten die Weidener Gäste neben dem bereits bekannten Motoball auch Sportarten wie Rhönrad- und Trampolinturnen, Kunstradfahren, Ringen und Damenfußball kennen lernen.
 

Sportliche Höhepunkte waren der Beinahe-Aufstieg der 1. Mannschaft, der selbst 136 Tore nicht zum ersehnten Aufstieg reichten sowie der württembergische Vizemeistertitel des Schützen Wolfgang Römpp, mit dem er sich für die Deutschen Meisterschaften qualifizierte. Zuwachs bekam der Verein durch eine Frauen-Gymnastikgruppe, die sich trotz der sehr schlechten Bedingungen in der sogenannten "Turnhalle" zusammenfand. Bei der Vereinsjugend zeigte sich, dass die Fußballer alleine keine Mannschaften mehr bilden konnten. So traten sie in Spielgemeinschaften mit Kickern aus Hochmössingen oder Marschalkenzimmern ein. Einen Aufschwung erlebte die Schützenjugend, was auch der Kreismeistertitel für Daniel Wagner belegt.
 

Trotz 136 Toren reichte es nicht zum Aufstieg.

 

Größere Investitionen tätigte der Verein in den Achtzigern für das Schützenhaus (50m-KK-Anlage, Garagenbau, Telefonanschluss, Parkplätze), für den Rasenplatz (Rasentraktor), für die alte Turnhalle (Ofen, Bodenbelag) und für die Duschräume im Schulhaus. Die dafür notwendigen Einnahmen erbrachte zuverlässig der Wirtschaftsbetrieb im Schützenhaus, wenn auch die Gewinne gegen Ende des Jahrzehnts etwas geringer ausfielen. Viele weitere Veranstaltungen trugen ebenfalls zum positiven Kassenstand bei. Vor allem die Kirbe wurde trotz häufig schlechten Wetters von so vielen Gästen besucht, dass das Schützenhaus manchmal zu klein war.

Sehr beliebt waren Anfang der achtziger Jahre Tanzveranstaltungen in der Dornhaner Stadthalle, die aber bald an Zuspruch verloren. Am 1. Dornhaner Stadtfest war der Verein ebenfalls präsent. Weinfeste und Hocketen, teilweise gemeinsam mit anderen örtlichen Vereinen durchgeführt, füllten die Vereinskasse, ebenso Altpapier und Alteisensammlungen.

Viele Veranstaltungen für den Breitensport gaben dem interessierten Bürger Gelegenheit, sich sportlich zu messen, so z.B. beim ersten Dorfpokalturnier, beim Torwand- und Elfmeterschießen, bei Tischtennisturnieren, bei Skiwandertagen oder beim Vereinspokalschießen der Schützenabteilung.

Einen letzten Schwerpunkt bildeten die Diskussionen bzgl. der gewünschten Mehrzweckhalle. Ein heißes Thema war unter anderem die Frage, ob Marschalkenzimmern und Weiden eine gemeinsame Halle erhalten sollten, oder ob für jeden Ortsteil eine eigene Halle erstellt wird. Ende des Jahrzehnts gingen dann endlich die Planungen seitens der Stadt in die entscheidende Phase. Ein lang gehegter Wunsch schien Wirklichkeit zu werden.

Nachdem 1987 unter der Leitung des damaligen 1. Vorsitzenden Thomas Müller das 80-jährige Vereinsjubiläum gefeiert werden konnte, ging es im darauf folgenden Jahr mit einer neuen Führungsmannschaft und Edgar Häußler als 1. Vorsitzenden an den Neubau der Kleinkaliberbahn, die bis dato seit einigen Jahren stillgelegt war. Für die Schützenabteilung war diese Maßnahme ein weiterer Meilenstein in ihrer Vereinsgeschichte. Die Fertigstellung wurde dann mit einem kleinen Festakt gefeiert.
 

Zwei spätere Vereinsfunktionäre beim Festumzug des 80jährigen Jubiläums 1987.

 

Für die Fußballabteilung wurde nach einer kurzen Pause mit einem größeren finanziellen Aufwand und mit viel Eigenarbeit das Spielfeld auf 60 x 100 m vergrößert und mit einer modernen Flutlichtanlage ausgestattet, so dass auch hier die Voraussetzungen für einen ordentlichen Spielbetrieb gegeben waren.

 

  1990-2000

Als Meilenstein in der Vereinsgeschichte darf der lang ersehnte Bau der städtischen Mehrzweckhalle bezeichnet werden, eröffneten sich doch damit Perspektiven für weitere sportliche Angebote, bis zu diesem Zeitpunkt einfach nicht möglich waren. Sofort nach deren Fertigstellung und Übergabe im Herbst 1992 gründeten sich verschiedene Sportgruppen. Ein großes Augenmerk richtete der Verein hier auf das Kinderturnen, aber auch auf den Sport für Heranwachsende und Ältere. Die Mitgliederzahl des Vereins steigerte sich schnell von ehemals knapp 200 auf über 400 Mitglieder.

Im Jahre 1992 wurde durch die neu gegründete Lauftreffgruppe der Adventslauf ins Leben gerufen. Von Anfänglich nur wenigen Teilnehmern hat sich der Lauf inzwischen etabliert und Jahr für Jahr kommen über 400 Teilnehmer/innen nach Weiden.
 

1992 fiel der Startschuss zum 1. Weidener Adventslauf.

 

Im Hinblick auf das bevorstehende 90-jährige Jubiläum entschloss sich die Vereinsleitung, die vorhandene Vereinsfahne restaurieren zu lassen. Mit einem großen Festbankett wurde dann am 24.7.1998 das 90-jährige Jubiläum eröffnet. Neben anstehenden Ehrungen verdienter und langjähriger Mitglieder stand die Übergabe der restaurierten Vereinsfahne auf dem Programm.
 

Ehrungen und Überreichung der restaurierten Vereinsfahne beim 90jährigen Jubiläum.

 

Großen Ereignissen folgen auch Tiefschläge. So auch als sich 1999 die 1. Manschaft des SV Weiden anläßlich des Dornhaner “Freundschafts-Wanderpokalturnier” zu einem letzen Erinnerungsfoto stellte. Infolge großer Personal- und Nachwuchsproblemen war eine Weiterführung des Spielbetriebes leider nicht mehr möglich.
 

Der letzte Auftritt unserer 1. Mannschaft in Dornhan im Jahre 1999.

 

  2000-2010

40 Jahre Schießsport konnte 2003 gefeiert werden. In den vergangenen Jahren wurde mit einem hohen finanziellen Aufwand in das Vereinsheim investiert. Der 1. und ursprüngliche Bauteil des Gebäudes wurde in mehreren Abschnitten umgebaut und vergrößert. Für die Schützen und deren Aktivitäten konnte somit wesentlich mehr Raum geschaffen werden. Im Außenbereich wurde für die neu eingeführte Sportart "Sommerbiathlon" ein eigener Schießstand errichtet. Überaus erfolgreich waren die Sommerbiathleten, selbst eine Deutschen Meister mit Jochen Roth konnte der SV Weiden bereits stellen. Diese Sportart erfreut sich einer immer größeren Beliebtheit und hilft den Namen SV Weiden in ganz Deutschland bekannt zu machen.
 

Beim Sommerbiathlon kann der SV Weiden immer wieder beeindrucken.

 

Im Jahre 2008 kam es zum großen Jubiläum: 100 Jahre Sportverein Weiden. Bereits im April fand ein Jubiläumsabend mit zahlreichen Ehrungen verdienter Vereinsmitglieder statt. Vom 11. bis 13. Juli feierte man dann das große Jubiläum. Das Programm konnte sich wirklich sehen lassen:  Ein großes zweitägiges AH-Fußballturnier, ein Prominentenfußballspiel, ein E-Jugendturnier, die Sommerbiathlon Landesmeisterschaften, ein Festgottesdienst begleitet vom Posaunenchor sowie ein Frühschoppen mit dem Musikverein Marschalkenzimmern. So konnten zahlreiche Gäste bei bester Unterhaltung auf 100 Jahre Vereinsleben zurückblicken und in Erinnerungen schwelgen.

 

  Ab 2010

Im Jahre 2010 ging es wieder fleißig an die Modernisierung des Vereinsheims. Um das Vereinsschiff weiterhin finanziell auf ruhigen Gewässern zu steuern, wurde die Dachfläche mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet. Neben dem finanziellen Aspekt spielte hierbei aber auch der Umweltgedanke eine treibende Rolle.

Im Jahre 2011 stand das nächste Jubiläum auf dem Programm. Zum 20. Mal startete am 1. Advent eine große Anzahl von Läufern in den jährlichen Adventslauf. Die Veranstaltung erfreute sich in den letzten Jahren ungebrochen großer Beliebtheit.

2013 wurde das 50jährige Bestehen der Schützen gefeiert. Das bunte Programm bot neben einem Fahrrad-Biathlon und einem Laienbiathlon noch viele weitere Möglichkeiten, seine Treffsicherheit unter Beweis zu stellen. Nebenbei zeigten die Dornhaner Bogenschützen einen interessanten Show-Wettkampf.
 

Beim 50jährigen Schützen-Jubiläum wurden verdiente Mitglieder geehrt.

 

Im Fußball war die Jugendarbeit zwischen dem SV Weiden und seinem Nachbarverein SV Marschalkenzimmern bereits über Jahre sehr eng verflochten. 2014 wurde dies nun auch schriftlich fixiert. Als feste Spielgemeinschaft wurde ein gemeinsamer Jugendausschuss gegründet sowie ein gemeinsamer Finanzplan und ein Jugendkonzept erstellt. Die fruchtbare Zusammenarbeit brachte in kürzester Zeit tolle gemeinsame Aktivitäten wie Winterwanderungen, ein großes Zeltlager und Jugendschnuppertage auf den Weg, so dass wir im Bereich der Jugendarbeit derzeit stolz auf eine erfolgreiche Zeit blicken können.
 

Der erste gemeinsame Schnuppertag beider Vereine war ein voller Erfolg.

 

Ein weiteres dickes Ausrufezeichen setzten im Jahr 2014 unsere Schützen, die souverän in die Bezirksoberliga aufsteigen und sich dort direkt im ersten Jahr gleich die Vizemeisterschaft sichern konnten.

Im Laufe des Jahres 2014 fanden auch neue sportliche Angebote ihren Einzug in den Verein. Ein mehrwöchiger Zumba-Kurs für Erwachsene fand zahlreiche begeisterte Besucher. Das Angebot wurde auch auf die kleinen Sportler erweitert, so dass wir nun auch für die Kinder Zumba im Angebot haben. Auch hier freut man sich über zahlreichen Zulauf.
 

Kameradschaft und Geselligkeit, wie hier 2015 beim Zeltlager, wird auch heute noch gelebt.

 

Im Rahmen des Fußballs war 2015 die nächste Modernisierung des Vereinsheims nötig. Da Spielberichte nun online gemeldet werden müssen, wurde ein Breitband-Internet-Anschluss mit WLAN installiert.

Im August 2015 wurde die Vereinschronik überarbeitet und auf der Homepage des Sportvereins Weiden online gestellt. Lebhafte und ereignisreiche 108 Jahre Sportverein Weiden, die es einfach wert sind, gelesen zu werden.

 

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Stand: 15.06.2018